Wissenswertes auf einen Blick

StaatsformIslamische Republik
HauptstadtTeheran
Amtssprache Persisch
SprachenPersisch (Offizielle Amtssprache), daneben Turksprachen, Kurdisch, Arabisch, Belutschisch und weitere
Einwohnerzahl75,6 Millionen
Fläche1.648.195 km²
WährungIranischer Real (IRR)
RegierungschefHassan Ruhani
ReligionenMehr als 99 Prozent Muslime , (davon circa 90 Prozent Schiiten, 10 Prozent Sunniten); daneben Christen, Juden Zarathustrier und Bahá'í

Iran: Länderinfos aus einer Hand

Historische Meilensteine

Das Reich der Achämeniden

König Kyrus II. festigte um 550 v. Chr. das Achämeniden-Reich und legte damit den Grundbaustein für das bis dato größte Weltreich. In seiner Hochzeit erstreckte sich das mächtige Reich vom heutigen Lybien bis hin zum zentralasiatischen Steppenland. Der Überfall der Griechen um 500 v. Chr. bereitete dem Ganzen allerdings ein jähes Ende, denn es folgten zahlreiche, jahrelang andauernde Aufstände gegen die Achämeniden in Ägypten, Syrien und im Kernland des Reiches. Das endgültige Ende des Imperiums läutete schließlich Alexander der Große durch seinen großen Eroberungsfeldzug im Jahre 333 v.Chr. ein. Der Eroberer ließ bei seiner Siegesfeier im Frühjahr 330 v. Chr. die Terassenanlage von Persepolis, Herzstück der achämenidischen Herrschaft, niederbrennen und gliederte innerhalb kürzester Zeit auch die bedeutendsten Städte Babylon, Ekbatana, Susa, Pasargadae und Persepolis in sein Reich ein. Die Parther und die Sassaniden, spätere Dynastien des vorislamischen Irans, schufen zwar ein zweites persisches Reich, konnten jedoch nicht an die terrestrischen Erfolge Ihrer Vorgänger anknüpfen.

Sassaniden & Qadscharen

Das Sassanidenreich brach nach einigen schweren Konflikten innerhalb weniger Jahre auseinander und ging mit der Ermordung des letzten Sassanidenkönig Yazdegerd III. schließlich endgültig unter. Der Iran wurde daraufhin wichtiger Teil des muslimischen Kalifats der Umayyaden und später der Abbasiden. Grundstein für den heutigen Iran bildeten die turksprachigen Stämme, die sich seit dem 8. und 9. Jahrhundert in den Randgebieten des Kalifats ausbreiteten. König Esmail I. eroberte schließlich ein Gebiet- das erste souveräne Staatsgebiet nach der arabisch-muslimischen Eroberung.-das weitestgehend dem heutigen Iran entspricht. Esmail machte den schiitischen Islam zur Staatsreligion und sein Urenkel, Abbas I., sorgte mit seiner toleranten Förderpolitik für die Verbundenheit zwischen altiranischem Erbe und schiitischem Islam. Im Laufe der Jahre folgten mehrere Dynastien, die sich die Macht gewissermaßen teilten. 1769 eroberte Aqa Mohammed Khan mit seinen qajarischen Stammeskriegern das Land und gründete die Qadscharen-Dynastie, unter der Teheran als Hauptstadt hervorging. Dies war die Kehrtwende in der Geschichte des Irans, denn von nun an mischten europäische Großmächte und Russland im Geschehen mit. Weil die persischen Shahs auf großem Fuß lebten und aufwendige Europareisen unternahmen, fehlte Ihnen das Geld für die notwendigen militärischen und wirtschaftlichen Reformen. Aus diesem Grund wurden immer mehr Konzessionen vergeben und wichtige Monopole, wie zum Beispiel das Tabakmonopol, einfach an die Briten verschleudert. Die Großmächte hatten schließlich so viel zu sagen, dass die Herrscher nur noch als Marionetten fungierten und selbst keine eigene Politik mehr betreiben konnten. Als zu Beginn des 20. Jahrhunderts auch noch große Ölvorkommen entdeckt wurden, rückte der Iran immer weiter ins Zentrum der europäischen Interessen.

Aufbruch in eine neue Zeit

1921 entmachtete der Kriegsminister Reza Khan den letzen Qajaren-Herrscher mit dem Ziel, das strukturschwache Persien in einen mächtigen Nationalstaat zu reformieren und zu verwestlichen. Seine radikale Modernisierungspolitik und Rücksichtslosigkeit stieß jedoch auf viel Widerstand in der Bevölkerung. Vor allem die Geistlichen, die sich ihrer Machtstellung im Volk nur allzu bewusst waren, erhoben sich vehement gegen diese Reformen, die unter anderem das Schleierverbot enthielten. 1941 dankte Reza Shah auf Druck britischer und sowjetischer Botschafter schließlich ab und floh ins Exil nach Südafrika. Sein Sohn Mohammed Reza Shah übernahm fortan die Regierungsgeschäfte, musste aber aufgrund heftiger Auseinandersetzungen mit dem damaligen Premierminister Mohammed Mossadeq 1953 das erste Mal ins Ausland fliehen. Mossadeq wollte die Macht an sich reißen. Er löste kurzerhand das Parlament auf und rief zu Neuwahlen auf. Aber der britische Geheimdienst und die CIA hatten schon einen Umsturzplan koordiniert, den sie am 19. August 1953 mit Hilfe bezahlter Schlägertrupps erfolgreich umsetzen. Drei Tage später kehrte Shah zurück und regierte fortan als Diktator. Nie wieder sollte seine Macht durch parlamentarische Schwachstellen angefochten werden können. Was folgte waren 26 Jahre voller Repression und Ausschaltung von Regimegegnern. Der Iran betrieb intensive Rüstungspolitik und wurde bald zur größten Militärmacht im Nahen Osten. Mit den kontinuierlich steigenden Einnahmen aus dem Ölgeschäft versuchte der Shah außerdem, aus dem Iran ein rein westlich orientiertes Land zu schaffen. In der Gesellschaft formierte sich ab den 60er Jahren ein reger Widerstand. Der Shah sollte gestürzt werden. Die Führung dieser Bewegung übernahm der Klerus, allen voran Ayatollah Khomeini.

Die islamische Republik Iran

Ayatollah Khomeini rief schließlich am 1. April 1979 die islamische Republik Iran aus und ließ eine neue islamische Verfassung erstellen. Nicht zuletzt durch die Aufstellung von Revolutionsgerichten konnte Khomeini sich seiner Gegner schnell entledigen. Vor dem Hintergrund des achtjährigen Krieges gegen den Irak gelang es dem Klerus noch besser, die Republik nach seinen Vorstellung umzuwandeln. Nach Kriegsende hatte die Islamische Republik Iran die Gestalt angenommen, die auch heutzutage noch im Wesentlichen vorherrscht.

Geographische Begebenheiten

Der Iran wird im Norden vom Kaspischen Meer und im Süden vom Persischen Golf begrenzt. Das Land grenzt im Westen an die Türkei und den Irak, im Osten an Pakistan, Afghanistan und Turkmenistan und im Norden an Aserbaidschan und Armenien. Der Iran wird von mehreren Gebirgsketten durchzogen und verfügt über fruchtbare Täler und Hochebenen. Die großen Wüsten Dasht-e Kavir und Dasht-e Lut erstrecken sich über weite Teile des Landes.

Erdöl – Das Gold des Irans

Die iranische Wirtschaft steht fast gänzlich unter staatlicher Kontrolle. Autark, sehr stark zentralisiert und aufgrund der scharfen Gesetzeslage, die Ausländern den Erwerb von Mehranteilen an iranischen Firmen untersagt, auch ohne westliche Investitionen. Die wichtigste Säule der iranischen Wirtschaft ist die Erdöl-und Erdgasproduktion, denn etwa 80- 85% der staatlichen Einnahmen stammen allein aus dem Ölverkauf. Obwohl die vorhandenen Erdölreserven weltweit den zweiten Platz einnehmen, kann das Land aufgrund der veralteten Förderanlagen und Raffinerien und der stark schwankenden Ölpreise sein Potenzial in diesem Sektor nicht voll ausschöpfen. Die vom Westen auferlegten Sanktionen erlauben dem Iran nicht, die Anlagen durch importierte Elemente zu modernisieren, sodass es oft zu Unfällen bis hin Explosionen kommt. Aufgrund dessen muss sogar Benzin importiert werden, um den Bedarf der eigenen Einwohner decken zu können. Die Erdgasförderung steckt hingegen noch in Kinderschuhen und wird zu 90% für den Eigenbedarf benötigt. Dennoch ist die Regierung bemüht, diese Säule weiter auszubauen, nicht zuletzt im Hinblick auf den Export. Die größten Zuwachsraten verzeichnen die Automobil -und die Zementindustrie, ein weiter wichtiger Zweig ist nun auch die Rüstungsindustrie, denn um die Diskrepanz zwischen Förderung und Verkauf auszugleichen und die fehlenden Staatseinnahmen wieder einzuholen, soll das vom Westen stark kritisierte Atomprogramm der iranischen Regierung Abhilfe schaffen. Die Landwirtschaft macht hingegen nur noch 10% des iranischen Bruttoinlandsproduktes aus, wichtige Exportgüter sind Datteln, Kavier, Baumwolle und Pistazien.